Was an der spanischen Küste auf die Lamellen fällt
Der auffälligste Gast ist der Saharastaub. Mehrmals im Jahr trägt der Wind feinen rotbraunen Sand bis an die Costa Blanca und die Costa del Sol, und wenn danach ein paar Tropfen Regen fallen, trocknet er als dünner Film auf den Lamellen ein. Solange dieser Film trocken ist, spült er sich mit klarem Wasser mühelos ab. Lässt man ihn eine Saison lang liegen, setzt er sich in den Fugen zwischen den Lamellen fest, und genau dort holt man ihn später nur noch mühsam heraus. Dasselbe gilt für aufgewehten Sand aus dem Garten oder vom Strand.
In erster Meereslinie kommt das Salz dazu. Die Luft trägt es heran, es kristallisiert auf der Oberfläche aus und legt sich als matter Schleier über die Lamelle – am deutlichsten sichtbar beim transparenten Polycarbonat. Für die Technik darunter ist das kein Drama: Welle, Halterungen und sämtliche Beschläge sind bei uns aus Edelstahl AISI 316L, der Marinequalität, die genau für diese Umgebung gemacht ist; Aluminium kommt an keiner tragenden Stelle vor. Nach längeren Phasen mit Seewind tut der Lamellenoberfläche ein Schwall Süßwasser aber spürbar gut.
Im Landesinneren und überall dort, wo das Wasser hart ist, übernimmt der Kalk. Er zeichnet sich als heller Rand genau auf Höhe der Wasserlinie ab und verschwindet nicht von allein. Dazu kommen die jahreszeitlichen Dinge: Blütenstaub im Frühjahr, der sich gelb über alles legt, und auf Grundstücken mit Pinien Nadeln und Harz, die den ganzen Sommer über fallen. Staub und Blütenstaub gehen beim nächsten Abspülen mit; Harz, Kalk und eingetrocknete Blätter hinterlassen Spuren, wenn sie wochenlang liegen bleiben. Das ist der eigentliche Grund, regelmäßig hinzugehen – nicht der Schmutz von heute, sondern der von vorgestern.

