Welche Abdeckung ein Becken in Sant Cugat braucht
Die eigene Wetterstation sagt zwei Dinge gleichzeitig
Sant Cugat muss keine Küstenzahlen ausleihen: der Meteocat misst im Gemeindegebiet selbst, auf 158 m Höhe, und die Reihe 2014–2025 ist in beide Richtungen unbequem. 61,2 Tage im Jahr über 30 °C – viermal so viele wie in Cabrils an der Maresme-Küste, das auf 15,2 kommt – und gleichzeitig 10,4 Frosttage bei einem Tiefstwert von −4,4 °C, während an der Küste im Schnitt ein einziger Frosttag anfällt. Tropennächte gibt es nur 31,3: kein Meer in der Nähe, das die Wärme über Nacht hält. Für das Vallès Occidental formuliert der Meteocat den Frostkalender von der anderen Seite – von Juni bis Oktober friert es nicht, in den übrigen sieben Monaten kann es das.
Für ein Becken ist das die Doppelbelastung, gegen die eine Lamellenabdeckung arbeitet. Am Tag bremst sie geschlossen die Verdunstung: bei einem Becken von 8 × 4 m sind das 15.000 bis 25.000 Liter im Jahr, die nicht in die Luft gehen. In der Nacht hält sie die Wärme im Wasser, die der Nachmittag hineingebracht hat – hier der eigentliche Gewinn, weil es darüber entscheidet, ob Mai, September und Oktober Badewochen sind oder nur schöne Aussicht.
PVC oder Polycarbonat – mit derselben Sonne wie in der Stadt
Die Sonneneinstrahlung ist hier praktisch dieselbe wie in Barcelona: 15,9 gegenüber 16,1 MJ/m² und Tag im Jahresmittel. Solar-Polycarbonat arbeitet in Valldoreix also genauso gut wie am Meer, und wegen der kühlen Nächte zahlt es sich in den Randmonaten stärker aus: die Wabenstruktur nimmt Sonne auf und gibt die Wärme ans Wasser ab, ohne laufende Kosten. Die PVC-Lamelle bleibt die robuste Alltagsvariante; transparentes Polycarbonat wählt man, wenn das Wasser sichtbar bleiben soll. Alle drei sind 60 mm breit, mit 8,1 bis 9,6 kg/m² Auftrieb und Hagelwiderstand nach Hail Class 4. Angetrieben wird jede Abdeckung elektrisch, 230 V bei 50 Hz, also mit derselben Netzspannung wie in Deutschland; eine Ausführung ohne Motor bauen wir nicht.
Warum 316L, auch ohne Meeresluft
An der Küste ist die Salzluft das Argument für Edelstahl. Sant Cugat liegt hinter der Serra de Collserola: Salzluft fällt hier weg. Das Salz kommt aus dem Becken selbst, wenn eine Salzelektrolyse läuft, dazu Chlor und der ständige Wechsel zwischen 61 heißen Tagen und zehn Frostnächten im Jahr. Genau dieser Wechsel arbeitet an Beschlägen und Lagern. Konstruktion, Welle, Konsolen und sämtliche Beschläge bestehen deshalb aus Edelstahl AISI 316L mit Molybdänanteil; Aluminium verbauen wir nicht. Wind ist hier dagegen kein Konstruktionsthema: nur an 3,9 Tagen im Jahr wird es windiger als 54 km/h, der niedrigste Wert der fünf verglichenen Meteocat-Stationen der Provinz, und die starken Böen kommen aus Nord und Nordwest, also von Land.