Der deutsche Poolbesitzer in Barcelona ist kein Ruheständler
In der Provinz Barcelona leben 16.554 Deutsche (Idescat, Stand 1. Januar 2025) — mehr als Briten (15.818), aber deutlich weniger als Franzosen (29.966). Der Unterschied zur spanischen Südküste liegt nicht in der Zahl, sondern im Grund für den Umzug: hierher kommt man wegen der Arbeit oder wegen der Schule, nicht wegen der Sonne im Ruhestand. Das zeigt der Immobilienmarkt: 2025 gingen in der Provinz nur 14,21 % aller Wohnungskäufe an Ausländer, gegenüber 32,80 % in Málaga und 43,29 % in Alicante (Colegio de Registradores). Barcelona ist ein Wohnmarkt, kein Ferienmarkt.
Die Landkarte folgt der Schule, nicht der Küste
52,9 % der Deutschen der Provinz wohnen in der Stadt Barcelona selbst, überwiegend in Wohnungen im Eixample, in Ciutat Vella und in Sant Martí — dort gibt es keinen eigenen Pool. Interessant wird der Ring darum: Castelldefels 791 Deutsche, der höchste Wert außerhalb der Hauptstadt, Sant Cugat del Vallès 776, Sitges 547, Sant Just Desvern 352, Esplugues de Llobregat 312, dazu Sant Pere de Ribes 215 und Gavà 183. Gemeinsamer Bezugspunkt dieser Orte ist die Deutsche Schule Barcelona, die seit 1977 in Esplugues de Llobregat sitzt und jedes Jahr rund 120 Schüler zum Deutschen Internationalen Abitur führt. In Sant Just Desvern stellen die 352 Deutschen 12,5 % aller Ausländer der Gemeinde — der höchste deutsche Anteil einer Einfamilienhaus-Gemeinde der Provinz.
Für die Abdeckung ändert das die Aufgabenstellung. Ein Haus, in dem eine Familie ganzjährig wohnt und Kinder zur Schule gehen, nutzt seinen Pool von April bis Oktober fast täglich — und hat ihn die übrigen Monate offen im Garten stehen, mit Laub, Pollen und Regen darin. Kein Ferienhaus zwischen zwei Vermietungen also, sondern ein Garten, in dem jeden Tag jemand steht.




